Die Verteidigung Afrins bedeutet die Verteidigung der Frauen*revolution!

Gemeinsam Kämpfen! Feministische Kampagne für Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie

Der Krieg der Türkei gegen Afrin ist ein Angriff auf die Revolution, ein
Angriff auf die Geschlechterbefreiung, ein Angriff auf uns alle! Die
Gesellschaftsidee, die in Rojava ihre Verwirklichung findet, ist eine
friedliche, ökologische und demokratische Lösung für die Region. Eine
friedliche Lösung scheint offenbar nicht im Interesse der türkischen
Regierung zu sein. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen.

Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär mit Luftangriffen
und Artillerie Afrin – den westlichsten Kanton der Demokratischen
Föderation Nordsyrien, Rojava – im Rahmen einer offiziellen Operation
an. In diesem schmutzigen Krieg sind bereits zahlreiche zivile
Todesopfer zu beklagen. Der Kampf der türkischen Regierung gegen
Menschenrechte und Demokratie wird Seite an Seite mit IS-Kämpfern und
islamistischen Verbänden der sogenannten „Freien Syrischen Armee“
geführt.

Die deutsche Bundesregierung ist nicht unbeteiligt. Durch die
zahlreichen Waffenlieferungen an die Türkei, den Fokus auf die
“gemeinsamen Interessen” der deutsch-türkische Beziehung und die
fehlende konsequente Gegenpositionierung wird dem quasi-faschistischen
Erdogan-Regime dieses Vorgehen ermöglicht. Auch hierzulande hat sich die
Kriminalisierung kurdischer Aktivist*innen extrem verschärft und die
Proteste sind einer immer härteren Repressionswelle ausgesetzt.
Deutschlandweit wird in zahlreichen Städten das Versammlungs- und
Demonstrationsrecht massiv eingeschränkt. Demonstrationen werden von der
Polizei entweder nicht genehmigt, angegriffen oder frühzeitig aufgelöst.
Sogar das Rufen bestimmter Slogans sowie das Zeigen aller Fahnen und
Symbole der Freiheitsbewegung Kurdistans bzw. kurdischer Vereine wird
verboten. Vermehrt finden Hausdurchsuchungen und Festnahmen von
Aktivist*innen statt. Dem kurdischen Verein NAV-DEM, das Demokratische
Gesellschaftszentrum für Kurd*innen in Deutschland, wird die Anmeldung
von Antikriegspotesten durch deutsche Sicherheitsbehörden verboten.

Doch die propagierte Besatzung Afrins binnen weniger Tage ist dem
türkischen Militär dennoch nicht gelungen. Unter größtem Einsatz leisten
insbesondere die Einheiten der YPG/ YPJ sowie die QSD in einer
erbitterten Selbstverteidigung erfolgreich Widerstand und wehren den
Vormarsch der türkischen Armee ab. Sie verteidigen die Freiheit der
Bevölkerung. Die demokratische Selbstverwaltung dieser Region ist ein
beispielhaftes Vorbild für den Erfolg und die Möglichkeit tiefgreifender
gesellschaftlicher Veränderungen. Dieser Erfolg strahlt in die ganze
Welt.

In der Demokratischen Föderation Nordsyrien organisieren sich Frauen auf
allen Ebenen unabhängig. Dies ermöglicht ihnen sich zu stärken, autonom
zu leben und den patriarchalen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Die
Kraft, die von ihnen ausgeht, zeigt, dass sie sich der Herrschaft und
dem Krieg nicht unterwerfen und nicht bereit sind, ihre Unterdrückung zu
dulden.
Deshalb ist der Angriff auf Afrin vor allem auch ein Angriff auf die
Frauenrevolution! Doch nicht zuletzt durch die tiefe Überzeugung und die
mutige Verteidigung der Frauen, wird es nicht gelingen, den Aufbau einer
befreiten Gesellschaft zu verhindern.

Wir werden nicht zulassen, dass der Krieg der türkischen Regierung sowie
die Unterstützung dieses Krieges in deutschen Medien zu einem Randthema
werden. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass der Widerstand in Rojava
sichtbar bleibt und die Bevölkerung hier von der Revolution in Rojava
erfährt.

Der Angriff auf Afrin ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung vor Ort.
Er ist ein Angriff auf Selbstverteidigungseinheiten, die diese Menschen
schützen. Ein Angriff auf demokratische und selbst verwaltete
Strukturen. Auf Frauenbefreiung, Geschlechtergerechtigkeit und eine
ökologische Gesellschaft.

In allen Teilen der Welt gehen Menschen auf die Straße. In Rojava finden
sogar Märsche statt, bei denen Menschen verschiedener Herkunft ihre
Solidarität ausdrücken und den Widerstand in Afrin
unterstützen. Das Aufbegehren hier und überall richtet sich gegen
Faschismus, Kapitalismus, die Zerstörung der Natur, das Patriarchat,
gegen Kriegspropaganda und Rüstungspolitik.

Wir müssen den türkischen Angriffskrieg als Angriff auf uns alle
verstehen und diese Erkenntnis in eine Praxis der Begegnung und des
gegenseitigen (Kennen-)Lernens umsetzen. Machen wir die Proteste auch zu
unseren Protesten und setzen uns aktiv in Verbindung mit unseren
kurdischen Genoss*innen.

Wir müssen den türkischen Angriffskrieg als Angriff auf emanzipatorische
und revolutionäre Ideen im Allgemeinen werten. Als Linke,
Antifaschist*innen, Feminist*innen und als all diejenigen, die für eine
Gesellschaft ohne Krieg und Unterdrückung kämpfen, sollten wir die
aktuelle Solidaritätsbewegung nutzen um gemeinsam eine widerständige
Praxis zu entwickeln und uns weiter vernetzen. Eine Form die Revolution
zu verteidigen, ist ihre Ideen zu verbreiten, sie hier zu diskutieren
und Strukturen aufzubauen, die sich – wie in Rojava – für ein Leben
einsetzen, dass einen Ausweg aus dem zerstörerischen System des
kapitalistischen Patriarchats darstellt.

Lasst uns daher über unsere Gemeinsamkeiten sprechen und uns nicht an
unseren Unterschiedlichkeiten spalten lassen. Lasst und gemeinsame Ziele
finden und Strategien entwickeln, wie wir auch hier unsere Ideen auf
gesellschaftlicher Ebene umsetzen können.

Lasst uns zusammen am 3. März 2018 auf die Straße gehen und uns
entschlossen gegen die Angriffe der türkischen Regierung auf Afrin
stellen. Schließt euch uns – wir sehen uns im feministischen Block um 12
Uhr am Alexanderplatz.

Unsere Solidarität gegen ihre Waffen!
Gegen Kapitalismus und Patriarchat!
Für den Feminismus und die befreite Gesellschaft!

Die Verteidigung Afrins bedeutet die Verteidigung der Frauen*revolution!
Bijî Afrin, Bijî Rojava, Bijî Azadî!

#gemeinsamkämpfen

#WomenRiseUpForAfrin

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